Konsequenzen aus der causa Wulff - scharfe Kritik an Gabriel "hinterfotzig" "Einem Wulff im Schafspelz die Zähne zeigen" Aichach, 27.12.2011. Als ebenso "unverantwortliche wie perfide Scheinheiligkeit parteipolitischen Taktierens" kritisiert der FDP-Bundestagsabgeordnete Lotter die jüngsten Äußerungen von SPD-Chef Gabriel, ein Rücktritt von Wulff könne eine Staatskrise auslösen. Lotter, der den Rücktritt des Präsidenten als erster Abgeordneter der Regierungskoalition gefordert hat - und diesen unverändert als Gebot des Anstands als erforderlich erachtet:" Herrn Gabriel geht es erkennbar nicht um das Amt, sondern alleine darum, die Kanzlerin mit ihrem angeschlagenen Präsidenten bis zur Wahl vor sich herzutreiben. In Bayern nennt man sowas hinterfotzig!" Wenn Wulff sich dank der "Großen Koalition der Beschwichtiger" von CDU (Altmaier) bis SPD (Gabriel) im Amt halten kann, stellt sich für Lotter erst recht die Frage nach Konsequenzen. "Die Bundesversammlung ist nicht unfehlbar und die Wahl einer Persönlichkeit der Statur eines Richard von Weizsäckers bildet die Ausnahme. Die Gauß'sche Normalverteilung gilt eben auch für das politische Personal und so gibt es den seltenen Glücksfall und moglicherweise auch mal einen Ausfall." Die causa Wulff zeige, dass man "besser auf alle Eventualitäten vorbereitet sein müsse und einen grob fehlenden Präsidenten auch unterhalb des juristischen Fallbeils der Präsidentenanklage zur Verantwortung ziehen können sollte". "So könne zum Beispiel ein Gremium aus Staatsrechtlern und den ehemaligen Präsidenten gegenüber Bundestag und Bundesrat im Falle eines Versagens im Amt eine Empfehlung aussprechen, dem Präsidenten etwa die lebenslange Apanage zu kürzen oder gar ganz zu streichen," regt Lotter an. Eine öffentliche Beratung und Beschlussfassung von Parlament sowie Länderkammer wäre nach Auffassung des FDP-Politikers eine vertrauensbildende Maßnahme gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern. -----